Beregnungsanlage Garten – Selber bauen oder kaufen

Wer mit einer Beregnungsanlage Garten und Gewächshauspflanzen bewässern möchte, steht vor der Frage, ob man einen Bausatz kaufen soll oder sie selber bauen möchte.

beregnungsanlage
Das Start Set einer Beregnungsanlage: Micro-Dip-System von Gardena

Ein gut gepflegter Garten ist ein Ort der Ruhe und Besinnlichkeit. Die Arbeit im Gemüsebeet und im Gewächshaus bringt den Menschen raus aus dem Haus. Sie beruhigt und lässt Probleme kleiner und ferner aussehen.

Gemeint ist die Arbeit mit der Erde und den Pflanzen. Bewässerung wird eher als lästige Arbeit angesehen. Vor allem mit der Gießkanne kann sie sehr ermüdend sein. Eine volle Gießkanne wiegt schwer in den Armen und besonders bei großen Gärten muss der Weg zum Wasserhahn oft unternommen werden.

Bewässerungsanlagen übernehmen diesen Teil der Gartenarbeit. Es gibt sie in vielen Modellen zu kaufen, einige Varianten können auch leicht selbst hergestellt werden. Werden sie zudem mit Regenwasser benutzt, wird die Bewässerung im Gewächshaus und im Garten sehr viel günstiger.

Beregnungsanlage Garten

Über einen Schlauch wird Wasser an Gemüsebeete, Pflanzentöpfe und den Rasen gebracht. Je nach Modell wird unterschiedlich viel Wasser gespritzt, respektiv getropft. Vor der Anschaffung einer Bewässerungsanlage sollte dies in acht genommen werden.

Tropische und exotische Pflanzen brauchen oft mehr Wasser und sollten dementsprechend bewässert werden. Bei manchen Variationen einer Beregnungsanlage kann der Wasserdruck geregelt werden.

Im Herbst und Winter wird meist weniger bewässert. In diesem Fall kann der Wasserdruck je nach Saison passend eingestellt werden. Die meisten Arten einer Beregnunganlage benötigen einen bis mehrere Schläuche.

Elektrische Systeme brauchen zusätzlich einen Stromanschluss. Wird mit Regenwasser aus einer Tonne bewässert ist außerdem eine Pumpe notwendig.

ProduktbildProduktInfos★★☆
Gardena 1399-20 Micro-Drip-SystemGardena
Micro-Drip-
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Gardena 8127-20 Viereckregner ZoomMaxxGardena
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Polo
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Regen- oder Leitungswasser im Gewächshaus?

gardena-garten-sprenkler-elektrisch
Versenkregner als Edelstahl von Hunter für schwierige Böden

Die Frage ist schnell beantwortet: Regenwasser. Große Wassertonnen füllen sich, vor allem in regnerischen Gebieten, schnell mit Wasser.

Für die Bewässerung von großen Gärten lohnt sich sogar die Anschaffung einer Zisterne. Der brunnenähnliche Behälter wird unter der Erde angebracht und kann, je nach Größe, mehrere Kubikmeter Wasser fassen.

Zur Bewässerung im Garten und in Gartentreibhäusern ist lediglich eine Wasserpumpe nötig. Diese wird über ein Netzteil mit dem Strom angeschlossen.

Ein Schlauchteil pumpt das Wasser aus der Tonne oder der Zisterne, ein weiterer Schlauch wird zum Bewässern benutzt. Dieser kann an die etwaige Beregnungsanlage angeschlossen werden.

Die Vorteile vom Regenwasser

Regenwasser hat Leitungswasser gegenüber sehr viele Vorteile zur Bewässerung von Zier- und Nutzpflanzen.

  • Regenwasser kostet nichts
  • Pflanzen vertragen Regenwasser besser als Leitungswasser
  • Regenwasser enthält wertvolle Mineralien, die die Pflanzen nähren
  • Regenwasser enthält den perfekten pH-Wert für Pflanzen
  • Leitungswasser enthält Kalk, manchmal auch Natrium und Fluorid, die schädlich für Pflanzen sein können

Diverse Formen einer Beregnungsanlage

Die verschiedenen Sorten einer Beregunganlage unterscheiden sich an der gespendeten Wassermenge und dessen Richtung.

Mit einem Sprinkler wird die Fläche von oben bewässert, eine Technik, die Beregnung genannt wird. Bei der Tröpfchenbewässerung werden die Pflanzen direkt am Wurzelraum bewässert.

Sprinkler

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Rund-um-Bewässerung: Comfort Kreisregner Mambo von Gardena

Der Sprinkler eignet sich ideal zur Bewässerung für Garten und Rasen. Über einen Schlauch wird der Sprinkler mit Wasser versorgt.

Er wird auf den Boden gestellt. Sobald der Wasserhahn aufgedreht ist, spritzt der Sprinkler Wasser. Er ist in diversen Größen und Formen erhältlich. Einfache Modelle spritzen das Wasser diagonal in die Höhe in eine Richtung.

Soll diese gewechselt werden, muss der Sprinkler bewegt werden. Erweiterte Modelle bewegen sich selbst. Entweder wenden sie sich von rechts nach links und wieder zurück, oder sie haben ein Drehmechanismus. Letzteres ist die effizientere Lösung.

Die komplette Fläche (360°) um den Sprinkler wird bewässert. Ideal ist der Sprinkler, wenn die Wassermenge auch noch reguliert und die Wasserzufuhr kontrolliert werden kann.

Für kleine Gärten reicht ein Sprinkler. Er kann regelmäßig auf andere Stellen gesetzt werden. Sind für eine große Fläche mehrere Schläuche vorhanden, können auch mehrere Sprinkler angeschlossen werden.

Effizienz
Ein Sprinkler benässt die Oberfläche der Pflanzen und des Rasens. Im Prozess wird stets etwas Wasser verloren. Wasser verdunstet oder wird vom Wind weggeblasen.

Unterirdische Benetzung

Ein Schlauch wird unter dem Boden angebracht. In ihm befinden sich kleine Löcher an den Stellen, wo sich die Wurzeln befinden.

Eine unterirdische Bewässerung ist umständlich zu montieren und wird hauptsächlich für Obstpflanzen benutzen. Gemüse wird nämlich jedes Jahr neu gepflanzt.

Bei diesem Prozess darf der Schlauch weder beschädigt noch von den ausschlagenden Wurzeln getroffen werden. Daher ist diese Bewässerungsmethode eher unnütz bei Gemüsepflanzen.

Ein weiterer Nachteil liegt darin, dass Verstopfungen und Verschmutzungen nicht leicht erkannt und ausgebessert sind. Zur Zucht von Obstpflanzen kann das System aber durchaus effizient sein.

Effizienz
Das Wasser dringt direkt zu den Wurzeln. Da kaum Wasser verloren geht, ist sie zudem sparsamer.

Tröpfchenbewässerung

selber-bauen-von-bewregnungsanlagen
Eine Schlauchbewässerung lässt sich ganz individuell anpassen

Die Tröpfchenbewässerung wird sehr gerne bei Gemüsebeeten angewandt, egal ob draußen im Garten oder drinnen im Gewächshaus. Über kleine Schläuche oder Dochte wird das Wasser direkt an die Wurzeln der Pflanzen gebracht.

Werden Dochte benutzt, ist eine Stromversorgung der Beregnungsanlage notwendig. Bei der Tröpfchenbewässerung muss der Wasserhahn, respektiv die Wasserpumpe, morgens geöffnet bzw. gestartet werden und je nach Jahreszeit mittags oder abends geschlossen bzw. ausgeschaltet werden.

Die restliche Arbeit übernehmen die tropfenden Schläuche. Die Tröpfchenbewässerung kann auf zwei Arten erfolgen: das Einrohrsystem oder die Kapillarbewässerung.

Einrohrsystem

Für das Einrohrsystem ist nur ein Schlauch notwendig, der entlang der Beete gelegt wird. In ihm befinden sich kleine Löcher, in welche Dochte oder Abzweignippel eingefügt werden. Diese werden am anderen Ende an der Wurzel befestigt, ein Verrutschen ist somit nicht möglich.

Das Wasser gelangt direkt zu dem Wurzelraum und geht nicht verloren. Das Einrohrsystem kann auch ganz einfach selbst gebaut werden.

Benötigt werden bloß ein Schlauch und kleine Abzweignippel. In den Schlauch müssen nun Löcher gestochen werden. Die Distanz zwischen den Löchern ist die gleiche wie zwischen den Pflanzen. Die Abzweigungen werden in die Löcher geführt und können mit einem Seil am Wurzelball befestigt werden.

Kapillarbewässerung

Bei der Kapillarbewässerung werden, im Gegensatz zum Einrohrsystem, viele kleine Schläuche an einen Hauptschlauch geschlossen. Diese werden zu den einzelnen Pflanzen geführt.

Praktisch an der Kapillarbewässerung ist, dass ein kleiner Schlauch nach Bedarf entfernt, respektiv geschlossen werden kann, sollte eine Pflanze kein oder weniger Wasser benötigen. Somit kann die Wasserzufuhr gezielt kontrolliert werden. Für die Kapillarbewässerung ist ein Stromanschluss nötig.

Effizienz
Die Tröpfchenbewässerung ist sehr effizient. Geringe Wassermengen werden gezielt an den Wurzelraum verteilt. Zudem ist die Beregnungsanlage sehr sparsam, da kaum Wasser verloren geht und keine großen Wassermengen notwendig sind.

Beregnungsanlage speziell für Blumentöpfe selber bauen

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Mit der Bewässerungsuhr EasyControl von Gardena wird nichts dem Zufall überlassen

Sprinkler sind für große Flächen, wie Beete und Rasen, geeignet. Die Tröpfchenbewässerung ist ideal für Beete geeignet, wo ein Schlauch unproblematisch entlang gelegt werden kann. Bei kleinen Pflanzenkästen und Blumentöpfen sind beide Bewässerungssysteme jedoch unpraktisch.

Zudem werden Töpfe gerne bewegt und ein mobiles System muss her. In diesem Fall eignet sich eine Wasserspeicheranlage. Über Dochte werden die Pflanzen von einem Wasserbehälter mit Wasser versorgt. Das Wasser läuft in kleinen Mengen, jedoch kontinuierlich.

Wasser geht kaum verloren und eine Überwässerung ist kaum möglich. Die Wasserbehälter müssen bloß regelmäßig nachgefüllt werden. Auch diese Beregnungsanlage kann selbst gebaut werden und in einem Gewächshaus-Selber-Bau integriert werden. Die Dochte müssen gekauft werden, der Wasserbehälter kann jedoch auf Maß aus beliebigem Material selbst hergestellt werden.

Werden die Pflanzen transportiert, kann die Wasserspeicheranlage einfach mitbewegt werden. Diese Methode wird viel in Gewächshäusern angewandt.

Bewässerungssysteme und Zubehöre

Um die Arbeit noch weiter zu erleichtern und besser zu kontrollieren, gibt es praktische Zubehörteile, die mit Bewässerungssystemen benutzt werden können.

Eine Zeitschaltuhr, ein regulierbarer Hahnaufsatz oder ein Feuchtigkeitsmesser helfen bei der Bewässerungsarbeit.

Zeitschaltuhr

Eine Zeitschaltuhr reguliert, wann das Wasser fließt und wann es wieder gestoppt wird. Dieses Utensil ist vor allem praktisch bei Pflanzen, die eine große, tägliche Wasserzufuhr benötigen.

Regulierbarer Wasserhahn

Mit dem Wasserhahnaufsatz wird die Wassermenge reguliert. Wie viel oder wie wenig aus dem Hahn fließt, kann stufenlos eingestellt werden.

Moderne Regulierer können sogar mit dem Computer verbunden werden, damit die Wasserzufuhr von diesem aus kontrolliert und eingestellt wird.

Regensensor

Der Regensensor wird draußen auf dem Rasen oder im Beet angebracht und in Verbindung mit dem Sprinkler benutzt. Spürt der Sensor Regentropfen, so wird der Sprinkler nicht angeschaltet. Wasser wird gespart und der Rasen wird nicht unnötig unter Wasser gesetzt.

Feuchtigkeitsmesser

Ein Stab, der in die Erde gestochen wird, ermittelt deren Feuchtigkeit. Somit kann ermittelt werden, wie viel Wasser noch benötigt wird respektiv, ob die Pflanze und der Boden zu viel Wasser bekam.

Fazit

Eine Beregnungsanlage gibt es in vielen Varianten auf dem Markt. Oft sind sie in ihrer Anschaffung gar nicht so teuer, wie Gärtner dachte. Aber auch mit etwas Kreativität und Fingerfertigkeit ist eine Beregnungsanlage schnell und einfach selbst gemacht.

Vor der Anfertigung oder dem Kauf stellt sich nicht nur die Frage der Art der Bewässerung. Ob eine Steckdose vorhanden ist oder es lieber ein stromloses System sein soll, spielt auch eine Rolle. Ein Wasserschlauch muss in den meisten Fällen her.

Nur die Methode der Wasserspeicheranlage benötigt nicht unbedingt einen Wasserschlauch, sondern kann auch über andere Behälter gefüllt werden. Dies kann sich als praktisch erweisen, sollte das Gewächshaus oder die Pflanzen zu fern vom Wohnhaus entfernt liegen und der Schlauch nicht lang genug sein.

Wurde sich erst mal für eine Beregnungsanlage entschieden stellt sich noch die Frage, ob Leitungs- oder Regenwasser benutzt werden sollte. Regenwasser ist immer besser. Es lohnt sich durchaus eine oder mehrere Regentonnen aufzustellen. Sollte das Regenwasser in trocknen Zeiten ausgehen, kann immer noch auf das Leitungswasser zurückgegriffen werden.

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